Gamescom 2015

Ein Fest für Gamer

Besucherrekorde, lange Warteschlangen vor und in den Hallen, heiße Cosplays und die neusten Games: Alle Jahre wieder öffnet die Gamescom ihre Pforten. Dieses Jahr gab es vor allem im Bereich Virtual Reality einiges auszuprobieren – wenn man die Geduld hatte, dafür anzustehen. Immerhin: Im Vergleich zu den Vorjahren gaben sich viele Stände offener, sodass man zwar immer noch lange anstehen musste, um eine Runde mit dem heiß ersehnten Spiel zu verbringen, aber auf dem Weg dahin konnten die Wartenden und alle anderen immerhin  schon einen Blick auf das gute Stück werfen. Die Zeiten der geschlossenen Boxen mit langen Schlangen davor, die eher an billige Attraktionen in Vergnügungsparks erinnerten, scheinen allmählich der Vergangenheit anzugehören. Aber genug Vorgeplänkel. Hier unsere Eindrücke:

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Da guckst du: Virtual Reality heute …

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… und gestern. Die Gamescom zeigt sich traditionsbewusst und räumte auch in diesem Jahr dem Retro-Stand wieder reichlich Platz ein.

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Wir werden alt: Ja, PS2 und Xbox gehören auch schon in die Retro-Ecke und fügen sich fast schon nahtlos in die Reihe der alten Rechner wie dem Dragon 32 links daneben ein.

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Zwischendurch etwas weit weniger pixeliges für die Augen. Ein Hoch auf die Cosplay-Damen auf der Messe!

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Und dann wieder ab in die Hardcorepixelschlacht: Space-Invaders zu zweit auf dem großen … Taschenrechnerbildschirm? Die LED-Wand war der Hingucker am Retro-Stand – auch weil sie wegen ihrer Größe kaum zu übersehen war.

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Ein letzter Retroausflug sei noch gestattet: Neben dem neuen C64 Adventure „Heroes & Cowards“ von Out of Order Softworks präsentierte Chester Kollschen von Knights of Bytes ein neues C64-Jump’n’Run, das geschickt die besten Elemente der bewährten NES-Hüpfer auf den alten Brotkasten bringt: „Sam’s Journey“. So ein Spiel hat man bis dahin noch nicht auf dem alten 8-Bitter gesehen. Wir haben ein paar der insgesamt 50 Levels angespielt und sind schon ganz heiß auf das fertige Game, das Ende des Jahres erscheinen soll. Auf Diskette und Modul – höchste Zeit für Euch, den C64 zu entstauben und sich schon mal mit ein paar Klassikern warmzudaddeln.

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Nicht am Nintendo-Stand warteten ein paar Splatoon-Terminals darauf, bespielt zu werden. Der Eindruck täuscht: Wir waren recht früh in der Halle, als noch kein großer Andrang herrschte. Das sollte sich schnell ändern.

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Am Nintendo-Stand wartete man auf StarFox Zero. Auch hier ermöglichte das offene Standkonzept vorbildlicher Weise einen ersten Einblick … allerdings hat die Grafik nicht überzeugt. Die Texturen wirken eher matschig – das Gameplay rockt zweifelsfrei, aber es drängt sich schon ein wenig die Frage auf: Ging das nicht schöner?

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Schön gemacht dagegen: Street Fighter V. Am Stand sah sogar Chun Li höchstpersönlich nach dem rechten. Auf der loungeartigen Couch im Pseudochesterfield-Look ließ sich gemütlich daddeln.

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Mächtiger Badabumm: Mighty No. 9 von Keiji Inafune wurde nur zu gerne angezockt. Plätze auf den Sofas waren schwer begehrt – verständlich. Der inoffizielle Mega-Man-Nachfolger verspricht beste Unterhaltung.

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Lange kein Cosplay mehr gesehen? Stimmt. Das machen wir mit diesem Quartett glatt wieder wett.

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EA findet zum kreativen Spiel zurück: Unravel ist ein bildgewaltiger Puzzler mit einem sympathischen und vor allem unverwechselbaren Kameraden. Wo Yoshi und Kirby nur mit Wolle spielen, nutzt der kleine Kerl sie tatsächlich clever und es – Achtung, Wortspiel – entspinnt sich ein ganz nettes Spiel daraus.

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Darf natürlich auf keiner Gamescom fehlen: Merchandising. Pixelige Pseudolegorucksäcke waren ein echter Blickfang neben vielen anderen. Erwähnt seien hier noch Playstation-Tragetaschen, die dem grauen Unikum tatsächlich zum verwechseln ähnlich sahen, oder auch gebrauchte Modulspiele von NES bis N64 für Sammler (allerdings zu absolut horrenden Messepreisen).

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Diese Assassine hier bildet auch schon den Abschluss unseres kleinen Ausflugs. Was noch zu sagen bliebe? Schön war’s! All die liebevoll gemachten Cosplays und die tollen Spiele, all die witzigen Einfälle zur Standdekoration und all die netten Gamer … das alles in Bildern festzuhalten würde erheblich mehr Platz brauchen. Für uns soll dieser kleine Blick durchs Schlüsselloch genügen. 345.000 Besucher aus 96 Ländern schafften es insgesamt in diesem Jahr auf die Messe, fast zehn Prozent von ihnen waren Fachbesucher. Da bleibt eigentlich nur noch eine Frage offen: Wie wird es wohl nächstes Jahr werden?

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