
Nachschub für unsere Rubrik Vergessene Videospielhelden. Bereits ein Jahr vor Toy Story ließ Sega auf dem Saturn die Puppen im Kinderzimmer tanzen. In der Rolle des schusseligen Ritters Sir Tongara de Pepperouchau III musstet ihr die verschiedenen Räume eines Wohnhauses erkunden und dabei allerlei Spielzeug in seine Einzelteile zerlegen. In insgesamt zwei Titeln durfte Pepper – so die Kurzform des doch etwas langen Namens – sein Können unter Beweis stellen. Warum es sehr schade ist, dass keine weiteren Ableger folgten, erfahrt ihr nach dem Klick.
Mit den beiden Clockwork Knight-Teilen erschuf Sega eine durch und durch unterhaltsame Jump’n Run-Reihe exklusiv für die leider erfolglose Konsole Saturn. In den USA zählte der erste Teil zu den Launch-Titeln der schwarzen Daddelmaschine. Beide Teile sind typische 2D-Jump’n Runs mit dreidimensionaler Hintergrundgrafik. Das Besondere an den Abenteuern von Pepper war aber nicht das eigentliche Gameplay – das war Sega-typsich ausserordentlich gut – sondern das Setting. Durch die Power des Saturns wurden die unterschiedlichen Räume, die ihr durchstreifen musstet, zu einem Erlebnis. Sega designte die Backgrounds mit viel Liebe zum Detail und der Soundtrack war der reinste Ohrwurm. Lustige Ideen, wie Spielzeug, dass euch mit Puppenhäusern platt machen wollte oder die Überquerung eines Spüllbeckens auf Tellern, rundeten den sehr guten Gesamteindruck ab.
Clockwork Knight 1 – Wo ist meine Geliebte?
Wie oben schon kurz erwähnt, erschien Clockwork Knight zum Start des Saturns in Amerika und zwar am 11. Mai 1995. Ein paar Monate zuvor erblickte der Titel im Land der aufgehenden Sonne das Licht der Welt und ein paar Monate später veröffentlichte Sega die Abenteuer des Ritters bei uns. Sir Tongara de Pepperouchau III ist ein Spielzeugsoldat und über beide Ohren in die hübsche Spielzeugprinzessin Chelsea verknallt. Die Blaublüterin kann durch ihren Gesang die anderen Spielzeuge im Kinderzimmer zum Leben erwecken. Zu dumm nur, dass unser Held nicht gerade der Hellste ist und es sich ein ums andere Mal bei Chelsea versaut. Zudem gibt es auch noch einen Nebenbuhler names Ginger, der um einiges Geschickter ist. Doch auch er kann nicht verhindern, dass Chelsea eines Nachts entführt wird. Und an wem bleibt die Drecksarbeit mal wieder hängen? Genau, an Pepper. Um sich gegen die zahlreichen bösen Spielzeuge zur Wehr zu setzen, benutzt dieser seinen Aufziehschlüssel. Mit diesem Allzweckwerkzeug kann der Ritter in Gelb zudem noch einige Objekt, wie ein Football oder Federn durch die Gegend schleudern. Insgesamt gibt es 13 Levels, wobei jede dritte Welt von einem Bossgegner bewacht wird. Da es keine Checkpoints gibt und die Levels nicht gerade klein sind, ist Clockwork Knight trotz seiner kindlichen Aufmachung kein Spaziergang. Neben zwei verschiedenen Kinderzimmern durchstreift ihr auch noch eine Küche und einen Dachboden. Der Titel endete mit einem Cliffhanger, doch zum Glück ließ der Nachfolger damals nicht lange auch sich warten. Noch im selben Jahr – 1995 – veröffentlichte Sega Cockwork Knight 2.
Clockwork Knight 2 – Verdammt, meine Geliebte ist schon wieder weg
Clockwork Knight 2 setzte auf die bewährte Formel seines Vorgängers. Vom Gameplay her änderte sich gar nichts. Noch immer hopst Pepper durch unterschiedliche Räume und zeigt den bösen Spielzeugen wo der Hammer bzw. der Aufziehschlüssel hängt. Dafür spendierte Sega dem Ritter ein Pferdchen, auf dessen Rücken der chaotische Prinzessinnenbefreier einige Levels durchqueren musste. Zudem waren in jeder der 13 Welten vier Karten versteckt. Wer fleißig alle sammelte konnte sich am Ende auf eine kleine Überraschung freuen. Wem das dann immer noch nicht gelangt hat, versuchte sich am Bossmodus. In der Rolle von Pepper oder seinem Rivalen Ginger musstet ihr alle Bosse des Titels hintereinander besiegen. Wer erfolgreiche alle Bosse über den Jordan schickte, freute sich auf ein Minispiel. Wie gesagt endete der erste Teil mit einem Cliffhanger und Teil 2 setzte genau dort an. Habt ihr nämlich eure große Liebe Chelsea aus den Fängen der Entführer befreit, ist leider nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Ganz im Gegenteil. Die süße Puppe schlägt einfach nicht mehr ihre Augen auf. Völlig verwirrt und hilflos bemerkt Pepper zu erst nicht, dass Chelsea doch tatsächlich ein weiteres Mal entführt wird – Applaus für die Storywritter. Doch wie es sich für eigentlich jeden Videospielhelden gehört, macht er sich wieder auf den Weg seine Geliebte erneut zu befreien. Und damit endet dann leider die Clockwork Knight-Reihe.
Clockwork Knight 3: Pengin War – Ja wie, jetzt doch drei Teile?
Die Frage aus der Subline muss leider mit NEIN beantwortet werden. Zwar wurde ein dritter Teil rund um die Abenteuer von Pepper angekündigt, der Titel kam aber nie über das Betastadium hinaus. Pingin War schmieß das Jump’n Run-Konzept über Bord und setzte auf eine Spielmechanik, die stark an die Bomberman-Reihe erinnerte. Weiter unten gibt es noch ein Video, dass euch einige Szenen aus dem Titel zeigt. Zudem wurde noch ein weiterer Teil angekündigt, der aber auch direkt wieder verworfen wurde. Unter dem Namen Knight’n Knight wollte Sega die Reihe auf dem GameCube fortführen. Warum daraus nie etwas geworden ist, bleibt aber Geheimnis der Entwickler. Pepper hätte auf jeden Fall noch weitere Abenteuer verdient und wenn ihr die Möglichkeit habt, eines der beiden Clockwork Knight-Spiele zu ergattern, dann solltet ihr unbedingt zuschlagen. Spielspaß bereiten nämlich beide Titel.
Weitere Vergessene Videospielhelden findet ihr hier oder – wer hätte es gedacht – direkt unter dieser Zeile:





Kommentare