
Nach anfänglichen Schwierigkeiten den 3DS an den Kunden zubringen, sind diese Zeiten spätestens seit Super Mario 3D Land passé. Nun ist mit Mario Kart 7 der nächste Hit für Nintendos 3DS erschienen. Erfahrt wie sich der neuste Ableger im TrueGamer-Test schlägt.

Zwar ist Mario etwas dickbäuchig, an mangelnden sportlichen Aktivitäten kann dies aber nicht liegen. So schwingt der berühmteste Klempner der Welt gerne den Golf-, Tennis-, oder Baseballschläger, wagt eine Runde auf dem Fußballplatz, legt eine heiße Tanzeinlage auf’s Parkett, flitzt bei den olympischen Spiele mit Sonic um die Wette, verprügelt gerne auch mal die anderen Pilzkönigreichbewohner und, zu guter Letzt, nimmt hinter dem Steuer eines Karts Platz. Dies macht er mittlerweile zum siebten Mal, weshalb der neueste Ableger der beliebten Fun Racer-Reihe schlicht und einfach Mario Kart 7 heißt.
Mit Teil 7 schafft die Serie nun den Sprung auf Nintendos 3D-Handheld und verzaubert euch mit schicker Grafik und einem gelungenen 3D-Effekt. Doch wie heißt es so schön, Aussehen ist eben nicht alles. Was bietet Mario Kart 7 auf spielerischer Ebene? Im Grunde alles, was die Serie seit jeher auszeichnet. Ihr könnt aus 16 Fahrern wählen. Darunter alte Bekannte, wie Mario, Luigi, Yoshi oder Peach und vier Neulinge aus dem Mario-Universum; Metall-Mario, Wiggler, Lakitu und die Honigkönigin. Insgesamt stehen 32 bunte, abwechslungsreiche Strecken zur Wahl. Wie üblich, 16 neue und 16 alte. Wobei alt nicht ganz stimmt, denn auch die bekannten Strecken wurden leicht modifiziert, um zwei Neuerungen aus Mario Kart 7 Tribut zu zollen. Denn erstmals schwingt ihr euch per Gleiter durch die Lüfte oder kämpft unter Wasser um die Spitzenposition. Um auf die Streckenverhältnisse optimal vorbereitet zu sein, könnt ihr nun euer Kart anpassen. Dabei habt ihr die Auswahl aus verschiedenen Boliden, Reifen und Gleitervarianten. Auf der Strecke selbst, wirken sich diese Einstellungen aber nur leicht aus.

Die 16 neuen Strecken bieten viel Abwechslung und vor allem Abkürzungen. Gerade wenn ihr euch durch die Lüfte begebt, entdeckt ihr zahlreiche Alternativwege, die wichtige Meter um den ersten Platz gut machen. Bei den Lokalitäten wurden viele bekannte Nintendo-Schauplätze verarbeitet. Ihr düst auf Toads Piste um die Wette und lasst euch von riesigen Toad-Luftballons die Sicht rauben, wagt einen Ausflug an die Cheep Cheep-Bucht und erkundet die bunte Unterwasserwelt, stattet der Wuhu-Insel aus Wii Sports Resorts einen Besuch ab und rast auf der Rainbow-Road durchs Weltall. Zwar sind die Strecken im Vergleich zur Wii-Episode etwas kürzer geraten, dafür aber mit hübschen Randbebauungen und die oben genannten Abkürzungen deutlich besser designed. Zum ersten Mal in der Mario Kart-Geschichte gibt es zudem nicht nur klassische Rundkurse, sondern auch Etappenrennen. Auch die Auswahl an bekannten Strecken ist abwechslungsreich. Freut euch unter anderem auf Luigis Villa (DS), den Koopa-Strand (N64), die Kokos-Promenade (Wii) oder auf Marios Piste 2 (SNES). Bei den Klassikern kommt auch ab und zu der Gleiter zum Einsatz und eröffnet so neue Möglichkeiten. Manche Strecken wurden sogar leicht verändert. So findet ihr zum Beispiel am Koopa-Strand eine neue Abkürzung.
Bei den verschiedenen Spielmodi findet ihr leider nur die üblichen Verdächtigen. Einzelspieler wählen aus Grand Prix – rast auf acht verschiedenen Cups mit je vier Strecken um den Pokal -, Zeitfahren – stellt Bestzeiten auf -, Ballonschlacht – wer hat am Ende die meisten Ballons zum Platzen gebracht? – und Münzenschlacht – sammelt die meisten goldenen Münzen. Multiplayer-Freunde kämpfen gegen andere Fahrer rund um den Globus, liefern sich mit Freunden heiße Duelle, treffen sich in der Community oder statten dem Mario Kanal einen Besuch ab.

Die Steuerung geht Mario Kart-like locker von der Hand. Je nach Klasse fahrt ihr schneller, driftet geschickt um Kurven, um einen Turboschub zu erhalten, suhlt euch im Windschatten eures Vordermannes, springt über Rampen und setzt eines der zahlreichen Items ein. Auch hier wird auf Bewährtes gesetzt. Neben roten, grünen und blauen Panzern, Bananen, Pilzen oder Blitzen warten in den Fragezeichenboxen aber auch drei neue Items auf ihren Einsatz. Die Feuerblume verschießt, wer hätte es gedacht, Feuerbälle, das Superblatt zaubert einen Waschbärschwanz ans Heck eures Karts und bietet euch so die Möglichkeit, Kontrahenten von der Strecke zu fegen oder fiese Panzer abzuwehren. Die Glückssieben verpasst euch gleich sieben verschiedene Items, auf die ihr zeitlich begrenzt Zugriff habt.

Keine Frage: Auch Mario Kart 7 ist ein spaßiger Titel. Die bekannte Formel aus griffiger Steuerung, abwechslungsreichen Kursen und fiesem Itemseinsatz macht auch in der siebten Inkarnation eine Menge Spaß. Jedoch nagt so langsam der Zahn der Zeit an der Mario Kart-Formel. Warum gibt es keinen neu strukturierten Grand Prix-Modus, warum ist der blaue Panzer immer noch so mächtig und stellt Glück vor fahrerischem Können? Warum gibt es nicht mal 32 neue Strecken, anstatt immer wieder 16 bekannte Kurse aufzuwärmen? Diesen Fragenkatalog könnte man locker noch um ein paar Punkte erweitern, jedoch würde das den Gesamteindruck weiter nach unten korrigieren, was dem Titel im Endeffekt nicht gerecht wird. Mario Kart 7 entfaltet vor allem im Mehrspieler-Modus hohes Suchtpotenzial und wird euch über Monate hinweg bestens unterhalten. Bei der nächsten Episode, die hoffentlich für Wii U erscheint, wünschen wir uns aber ein wenig mehr Mut zur Innovation – ne, Nintendo.
Fazit: Mario Kart wie es leibt und lebt. Macht genauso viel Spaß wie immer, leidet aber auch an denselben Krankheiten wie immer. Wer Lust auf einen spannenden und abwechslungsreichen Fun Racer hat, kommt an Mario Kart 7 nicht vorbei.



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