DragonBall Z: Ultimate Tenkaichi im TrueGamer-Test

Nach einer kleinen Terminverschiebung ist DragonBall Z: Ultimate Tenkaichi nun auch bei uns erhältlich. Die ultimative DragonBall-Erfahrung wird versprochen. Doch können die Entwickler ihr Versprechen auch halten? Erfahrt es im TrueGamer-Test.

DragonBall Z: Ultimate Tenkaichi - PS3, Xbox 360

Eines vorweg: DragonBall Z: Ultimate Tenkaichi fängt die Vorlage so gut ein, wie noch kein DB-Game zuvor. Das fängt beim Original DragonBall Z-Intro an und hört bei den Original Synchronstimmen für alle! Kämpfer auf. Grafisch werden Son Goku und Co. perfekt in Szene gesetzt und auch die Backgrounds sind gigantisch groß und bieten viel Abwechslung. Bei den Super Moves habt ihr wirklich das Gefühl mitten im Anime zu sein. Was das Feeling angeht, haben Namco Bandai und Spike wirklich großartige Arbeit geleistet. Doch wie sieht es mit dem eigentlichen Spiel aus? Erfahrt es im TrueGamer-Test.

Insgesamt stehen euch in DragonBall Z: Ultimate Tenkaichi 44 Kämpfer aus dem Toriyama-Universum zur Auswahl. Dazu kommen dann noch unzählige Sayajin- und Super-Sayajin-Varianten. In sechs Spielmodi dürft ihr euch austoben. Neben dem Tutorial, das euch die Grundlagen der Steuerung näher bringt, gibt es den Kampf- sowie Weltkampfmodus, in denen ihr entweder gegen die CPU oder einen menschlichen Spieler antretet oder, wie der Name vermuten lässt, am Großen Turnier mit bis zu 16 Spielern teilnehmen könnt. Dazu kommt das Kapselhaus, das als Art Galerie funktioniert. Schaut euch Zwischensequenzen an, hört Musik oder schmökert in der Charakter-Enzyklopädie. Auch Online-Kämpfe sind möglich. Leider tummelte sich während unserer Testsession niemand auf den Servern herum. Die beiden wichtigsten Modi sind aber die Story sowie der Heldenmodus.

DragonBall Z: Ultimate Tenkaichi - TrueGamer-Test

Im Story-Modus erlebt ihr die komplette DragonBall-Geschichte. Angefangen bei Son Gokus Geburt bis hin zu den drei Z-Sagas, der GT-Story und auch ein wenig darüber hinaus. Leider ist die Erzählweise etwas langweilig geraten. Nur wenige Events werden mit Anime-Sequenzen erzählt. Meistens bekommt ihr Ingame-Grafiken serviert oder sogar nur öde Textboxen. Zudem gibt es ab und zu wirre Sprünge, die vor allem Neulingen sauer aufstoßen dürften. Ihr bewegt euch mit einem zugeteilten Recken über eine etwas klein geratene Map und steuert verschiedene Missionen an. Natürlich endet davon jede mit einer zünftigen Auseinandersetzung. Dazwischen gibt es einige spektakuläre Bossfights, die aber spielerisch enttäuschend sind. Mehr als Knöpfchen drücken müsst ihr nämlich nicht machen. Rein von der Aufmachung her werden Erinnerungen an Budokai 3 wach, jedoch schafft der Story-Mode von Ultimate Tenkaichi nicht das Kunststück, euch bei Laune zu halten. Der sich ständig wiederholende Ablauf langweilt nach kurzer Zeit. Da wäre mehr drin gewesen.

Auch der Heldenmodus wurde groß angekündigt. Im Endeffekt spielt er sich aber genauso, wie der Story-Modus. Einziger Unterschied: Ihr bastelt euch einen eigenen DB-Kämpfer. Leider ist der Editor ziemlich schwach auf der Brust und egal was ihr auch macht, irgendwie sehen alle Eigenkreationen, wie seltsame Brüder der Original-Cast aus. Da es etwas schwer ist, den Fighter Marke Eigenbau in die Story von DragonBall zu integrieren, spielt der Helden-Modus in einem Paralleluniversum. In diesem ist die Kacke am Dampfen, da ein Bösewicht alle sieben DragonBalls gefunden und durch seinen Wunsch, die Welt ins Chaos gestürzt hat. Also macht ihr euch auf diesen Umstand zu ändern. Dabei geht’s wieder über die Map von Mission zu Mission bzw. von Kampf zu Kampf. Am Ende einer Auseinandersetzung bekommt ihr Erfahrungspunkte und möbelt so euren Kämpfer kräftig auf. Fertig.

DragonBall Z: Ultimate Tenkaichi - TrueGamer-Test

Können richtige DragonBall-Fans über all diese Punkte wahrscheinlich noch hinwegsehen, hört es spätestens beim eigentlichen Kampfsystem auf. Klar, grafisch sind die Kämpfe spektakulär inszeniert und vermitteln ein Mittendrin-Gefühl das sich gewaschen hat. Ihr saust über die großen Karten, vermöbelt euren Gegner im Nahkampf, setzt ihm aus der Ferne mit Geschossen zu und zum krönenden Abschluss haut ihr ihm eine Super Attacke um die Ohren. Dabei zerstört ihr Berge, Bäume und vieles mehr und hinterlasst ein Bild der Verwüstung. Hört sich doch eigentlich ziemlich gut an, oder? Leider ist Mechanik dermaßen beschränkt, dass ihr das Gefühl habt einen riesigen Quick Time Event zu spielen. Im Fernkampf könnt ihr nur schießen und im Nahkampf gibt es lediglich zwei Angriffsarten. Dazu kommt jeweils eine Taste zum Abwehren und Ausweichen. Mehr ist nicht möglich. Die Super Attacken löst ihr einfach per rechtem Analogstick aus. Am nervigsten ist aber der so genannte „Zusammenstoß“. Prügelt ihr zwei bis dreimal auf den Gegner ein, startet der Zusammenstoß und ihr habt die Wahl zwischen dem leichten und schweren Angriff. Euer Gegenüber macht dasselbe. Werden die gleichen Tasten gewählt kommt es zum Konter, bei unterschiedlicher Wahl vermöbelt ihr den Kontrahenten nach Strich und Faden. Dabei seid ihr aber zum Zuschauer degradiert, da ihr eigentlich nur eine Taste + Richtungstaste drücken müsst – der Rest läuft von selbst ab. Bei den Super Attacken könnt ihr ausweichen, abwehren oder ebenfalls eine Super Attacke starten. Auch hier geht es aber nur um wildes Knöpfchen drücken. Die Kampfmechanik ist wirklich so simpel, dass ihr nach knapp 15 Kämpfen alles gesehen habt und merkt, dass die Fights immer nach dem gleichen Schema ablaufen.

Auch der Rest kann nicht wirklich überzeugen. Die Musik ist in Ordnung, die Ladezeiten dauern ewig, zudem muss wirklich fast jede noch so kleine Sequenz extra geladen werden. Auch die Tatsache, dass ihr Zwischensequenzen nach einmaligem Anschauen nicht abbrechen könnt, ist unverständlich. Somit bleibt DragonBall Z: Ultimate Tenkaichi weit hinter den Erwartungen zurück. Beinharte Fans werfen einen Blick drauf, alle anderen halten Abstand oder warten auf den nächsten Teil. Oder noch besser, ihr holt euch einen der Vorgänger, die gibt’s bereits zum Schnäppchenpreis und spielen sich deutlich anspruchsvoller.
Fazit: Audiovisuell der bislang schönste DragonBall-Titel, spielerisch dagegen zu simpel, um länger ans Pad zu fesseln. Fans schauen mal rein, alle anderen lassen’s links liegen.

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