
Bei dem Namen Grandia werden Rollenspielfans hellhörig. Die von Game Arts ins Leben gerufene Reihe stand schon immer für epische Abenteuerstorys und ein Kampfsystem, dass Runden- und Echtzeitelementen geschickt kombiniert.
Dazu gibt es liebenswürdige Charaktere, eine Brise Humor und auch die Liebe kommt in keinem Teil der Serie zu kurz. Aus diesen Gründen ist es auch sehr schade, dass es gerade mal das Debüt der Reihe sowie dessen Nachfolger nach Europa geschafft haben. In Japan und den USA dagegen erschienen neben einigen Spinn-Offs auch der dritte Teil der Serie und ein Ende ist noch nicht abzusehen. Bei so einer langlebigen und erfolgreichen Reihe ist es deshalb an der Zeit zu schauen, was die Faszination der Grandia-Spiele ausmacht.
Willkommen in der Welt von Grandia!
Grandia – Ein Jungspund, seine Sandkastenfreundin und ein heißer Feger machen sich auf, dass Ende der Welt zu entdecken.

Im Jahre 1997 erschien für den Sega Saturn der erste Teil der langlebigen Grandia-Reihe. Während es die Saturn-Version nie nach Europa schaffte, bekamen RPG-Fans satte vier Jahre nach Veröffentlichung der Sega-Variante die Möglichkeit das Game Arts Epos auf Sony’s Playstation zu erleben. Die Geschichte handelt von Justin, seines Zeichens Möchtegern Abenteurer aus der Hafenstadt Parm und seiner besten Freundin Sue, samt Haustier Puffy, dessen größter Wunsch es ist, der Abenteurer-Liga beizutreten. Das einzige Problem an der Sache ist aber, dass die Liga leider in der Neuen Welt beheimatet ist. Für Justin ist damit klar, es muss eine Möglichkeit gefunden werden, den weit entfernten Kontinent zu erreichen und sich so seinen Traum zu erfüllen. Wie es sich für die Grandia-Reihe gehört, trifft der Jungspund auf seiner Reise einen heißen Feger Namens Feena. Die grünhaarige Schönheit gehört selbst zur Abenteurer-Liga und Justin erkennt seine Chance. Das sich zwischen den Beiden etwas anbahnt dürfte niemanden wundern. Als das mittlerweile dreiköpfige Team in der Neuen Welt ankommt, nimmt das Abenteuer seinen Lauf.
Die Grafik des Rollenspiels mag auch zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung nicht gerade für Begeisterungsstürme gesorgt haben. Dafür punktete der Titel mit unglaublich charmanten Charakteren, einer Geschichte die es tatsächlich schaffte den Abenteuerdrang im Spieler zu wecken und einem Kampfsystem, dass die Begegnungen mit den unzähligen Monstern nie langweilig werden lies. Die Mischung aus Runden- und Echtzeitelementen, von jeher das Markenzeichen der Serie, spielte sich flott und intuitiv. So gab es einen unterteilten Zeitbalken, der regelte, wann die Helden oder die Monster zu schlagen durften. Kam zum Beispiel der Held in die so genannte Act-Zone, bereitete er sich auf seine Attacke vor, traf ihn aber ein Gegner mit einem kritischen Schlag, wurde die Attacke unterbrochen und der Spieler musste warten bis seine Figur erneut die Act-Zone erreichte. Bei den Monstern verhielt es sich genau so. Dadurch kam eine Brise Taktik ins Kampfgeschehen. Der Grundstein für eine erfolgreiche RPG-Reihe war also gelegt.
Grandia 2 – Was passiert wenn ein Söldner und eine heilige Maid mit Persönlichkeitsstörungen versuchen die Welt zu retten?

Drei Jahre nach dem Debüt des Erstlings erschien Grandia 2 zunächst exklusiv für die, leider erfolglose, Sega Konsole Dreamcast in Japan. Später folgten dann Umsetzungen für den PC und die Playstation 2. Bei uns wurde der Titel im Jahre 2001 veröffentlicht, also im selben Jahr wie sein Vorgänger!
Hauptdarsteller des Titels ist der Geohound Ryudo, eine Art Söldner, der den Auftrag annimmt, eine Dienerin des Gottes Granas zu einem heiligen Ritual zu begleiten. Die schöne Maid hört auf den Namen Elena und wie es sich für ein zünftiges Rollenspiel gehört, geht bei dem Ritual natürlich nicht alles ohne Probleme von statten. Um herauszufinden, was genau bei der Zeremonie schiefgegangen ist, machen sich die Beiden auf den Weg, den obersten Glaubenshüter der Granas Kirche zu treffen. Doch schon nach kurzer Zeit bemerkt Ryudo, dass Elenas Persönlichkeit anscheinend unter dem mysteriösen Vorfall gelitten hat.
Grafisch bot Grandia 2 wunderschöne Charaktermodelle, weitläufigen Landschaften und bildschirmfühlende Zaubersprüche. An der eigentlichen Spielmechanik veränderte Game Arts, bis auf ein paar Kleinigkeiten im leicht aufgepeppten Kampfsystem, aber nichts. Etwas enttäuschend war im Gegensatz zum Vorgänger, die leider sehr vorhersehbare Geschichte, die es nicht wirklich schaffte, den Spieler komplett in seinen Bann zu ziehen. Trotzdem war der zweite Ausflug in die Grandia-Welt ein sehr gutes und humorvolles RPG.
Grandia 3 – Ein junger Pilot und eine süße Blondinne, die mit den Göttern kommunizieren kann, machen sich auf, die Wiedergeburt des absolut Bösen zu verhindern.

Im Jahre 2005 veröffentlichte Game Arts die dritte Inkarnation ihrer RPG-Reihe in Japan. Diesmal exklusiv für Sony’s Playstation 2. Knapp ein Jahr später freuten sich amerikanische Fans über das Erscheinen des Titels in ihren Gefilden. In Europa herrschte lange Zeit großes Bangen über die Veröffentlichung und die Anhänger der Reihe wurden leider enttäuscht. Grandia 3 schaffte nicht den Sprung in unsere Breitengrade.
Das Spiel beginnt mit einem Soundtrack der Ohrwurmcharakter besitzt und einen perfekt auf die Grundstimmung des Spiels vorbereitet. Yuki, der Held des Abenteuers, ist fast schon besessen von dem Wunsch mit seinem selbstgebastelten Flugzeug die Weiten des Himmels zu erkunden. Auf einem seiner Testflüge widerfährt ihm wie schon so oft eine Bruchlandung, diesmal jedoch mit einem entscheidenden Unterschied. Heil auf dem Boden der Tatsachen angekommen, wird er Zeuge, wie ein hübsches blondes Mädchen namens Alfina von ein paar bösen Schergen verfolgt wird. Wie es sich für einen RPG-Helden gehört schreitet er zur Tat und rettet sie. Nach der erfolgreichen Befreiungsaktion finden Beide Unterschlupf in Yukis Heimatdorf. Dort erzählt Alfina, dass sie zum Arcliff-Tempel muss, um etwas über den Verbleib ihres Bruders Emelious herauszufinden. Yuki erkennt seine Chance durch die Reise sein Idol Sky Captain Schmidt zu treffen, damit dieser ihm ein eigenes, funktionsfähiges Flugzeug bauen kann. Voller Vorfreude brechen er, Alfina und seine Mutter Miranda auf, um ihr größtes Abenteuer zu erleben.
Auch im dritten Teil der Serie blieb sich Game Arts treu und wagt nur wenige Experimente an der Spielmechanik. Das Kampfsystem wurde weiter verfeinert, im Grunde ist es aber gleich geblieben. Um Fähigkeiten oder Zaubersprüche zu verbessern, rüsten sich die Helden mit Skill Books und Mana Eggs aus. Während man die verschiedenen neuen Fähigkeiten oder Zaubersprüche in den Vorgängern alleine durch das Anlegen der Skill Books bzw. Mana Eggs lernte, dienten diese im dritten Teil dazu, die Attribute der einzelnen physischen oder magischen Attacken zu verbessern. Um neue Sprüche oder Skills zu bekommen, musste man sich diese in Läden kaufen oder aus den vorhandenen Books oder Eggs extrahieren.
Grafisch zählt Grandia 3 zu den schönsten Spielen für Sony’s PS2 und auch die Geschichte ist im Gegensatz zum Vorgänger nicht mehr ganz so vorhersehbar. Man kann nur hoffen das Game Arts sich einen Ruck gibt und Grandia 4 ankündigt. Gerade Rollenspieler wissen ja, die Hoffnung stirbt zu letzt.
Spinn-Offs – Von Höschen, Dimensionsreisenden und dem Reiz des Auflevelns
In Japan sind nach dem Erfolg des ersten Grandia-Teils zwei Spinn-Offs erschienen. Grandia: Digital Museum, das exklusiv für den Sega Saturn erschien und Grandia Parrallel Trippers für den Game Boy Color. Während Grandia: Digital Museum ein Sammelsurium aus vier RPG-Dungeons, einer Artworkgalerie und verschiedenen Minispielen – kurios, in einem muss Justin Feenas Höschen beschützen – ist, wird auf Nintendos Kleinem wieder typische RPG-Kost geboten. So landet ein Junge Namens Yuuhi aus unserer Realität in der Welt von Grandia. Mit der willigen Unterstützung von Justin, Sue und Feena suchen die Abenteurer gemeinsam einen Weg, Yuuhi die Heimreise zu ermöglichen.
Neben diesen Spinn-Offs zum ersten Grandia-Teil, entwickelte Game Arts im Jahre 2002 einen sehr kampfbetonten Ableger namens Grandia Xtreme. Dabei konzentriert sich das Spiel vorrangig auf das, von den anderen Titeln der Serie, bekannte Kampfsystem. Ausgangspunkt ist die Stadt Locca, von der aus der Ranger Evann samt seiner sieben Begleiter zu verschiedenen Dungeons reist, um hinter das Geheimnis einer Naturkatastrophe zu kommen. Am besten kann man den Titel als eine japanische Version des PC-Titels Diablo beschreiben, nur eben mit rundenbasierten Kämpfen. Der Spieler kämpft sich durch riesige Dungeons, von denen es aber gerade einmal 10 Stück gibt. Grandia Xtreme erschien exklusiv für die PS2 und wurde ausschließlich in Japan und Amerika veröffentlicht.
Ausblick – Grenzenlose Freiheit
Seit langem ist ein weiterer Teil der erfolgreichen Serie in der Mache. Grandia Online bzw. Zero wird das erste MMORPG der Serie. Leider ist es ziemlich ruhig um den Titel geworden. So wurde sogar schon im Jahre 2006 eine Beta angekündigt die nie erschien. Wie es der Name vermuten lässt, ist die Rahmenhandlung vor dem ersten Grandia-Teil angesiedelt. Hoffentlich wird weiter an dem Spiel gearbeitet und hoffentlich wird es eine Veröffentlichung im Westen in Betracht gezogen. Doch wie heißt es so schön, Wunder gibt es immer…
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lol
Geiler Artikel!
Super Artikel, freue mich schon mehr davon zu lesen!!
absolutely impressed.
grandia grandioser artikel kann ich da nur sagen!!!!
gute sache das hier mal über wirklich wichtiges geschrieben wird