TrueGamer-Spezial

Literatur in nicht über Videospiele

Das geschriebene Wort ist an Vielfalt kaum zu überbieten. Mal spannend, mal ernst, lustig, lehrreich oder schwer verdaulich. Auch über Videospiele gibt es unzählige literarische Werke. Ob Ratgeber, Retro, Spieleführer oder sogar Romane, Leseratten werden auch in Sachen „Zocken“ gut bedient. Doch es geht es auch anders. Quasi virtuelle Bücher in Videospielen selbst. Ziemlich ungewöhnlich für ein Medium, das primär durch die Kraft seiner Bilder Welten zum Leben erweckt. Denn eigentlich regt Literatur die eigene Fantasie an. Im Kopf des Lesers entstehen durch die Beschreibungen des Autors ganz eigene Welten. Jeder kann sich etwas anderes vorstellen. Ob Aussehen der Figuren, Inventar verschiedenster Gebäude oder die Umgebungen, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Und doch gibt es mehr Bücher in Videospielen, als manch einer denken mag. Wir haben uns auf die Suche gemacht und präsentieren euch nun unsere Fundstücke.

Virtuelle Bücherwelten
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Im 2003 veröffentlichten PS2-Jump’n Run Ape Escape 2 erlebt ihr nicht nur ein spaßiges Abenteuer, in dem ihr quer über den Globus verstreute Affen einfangen müsst. Ihr bekommt auch einige sehr einfallsreiche Märchen vorgesetzt. Dank der so genannten Gotcha-Box, die ihr mit je zehn Münzen füttert, ergattert ihr allerhand Bonusgegenstände. Darunter Bilder, Musikstücke und eben auch ganze Geschichten, die in mehrere Teile untergliedert sind. Begleitet einen kleinen Affen, der eine Prinzessin befreien muss, oder erlebt eine quasi Fortsetzung des ersten Ape Escapes in Buchform. Die kleinen Geschichten sind liebevoll geschrieben und man freut sich richtig, wenn die Gotcha-Box den nächsten Teil ausspuckt. Auch die Dragon Quest-Reihe ist mit richtig tollen Geschichten vollgestopft. Aktuell können Fans klassischer RPGs das Remake des siebten Teils auf Nintendos 3DS genießen. In Gebäuden findet ihr allerhand Bücherregale, die immer wieder kleine Anekdoten über die Spielewelt, Ratgeber für hilfreiche Kräutermischungen und klassische Abenteuergeschichten bereithalten. Wie die eigentlichen Quests im Spiel sind die kleinen Geschichten Dragon Quest-typisch voller Humor und mit einfallsreichen Wortspielereien gespickt. Gruslig geht es in Remedys Thriller Alan Wake zu. Nicht nur, dass ihr den Schriftsteller Wake spielt. Ihr stolpert auch immer wieder über Seiten eines Buchs, dass er angeblich selber verfasst hat, sich aber nicht daran erinnern kann. Die wirklich sehr gut geschriebenen Auszüge versprühen Spannung und lassen einen die Geschichte des Titels nochmals auf eine ganz andere Weise erleben.

Die Macht der Bücher
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Bücher müssen nicht immer nur als Quelle des geschriebenen Wortes auftreten. In Nier, einem äußerst skurrilen Action-RPG für PS3 und 360, ist ein Buch euer ständiger Begleiter. Dieses hört auf den Namen Grimoire Weiss und lässt euch dank seiner Macht zaubern. Damit nicht genug. Zugleich ist Grimoire Weiss eine richtige Quasselstrippe und sorgt durch seine gelungene Synchronstimme für ziemlich viele Lacher. Ziemlich weit zurück in der Geschichte reicht die spaßige Slotmachine Book of Ra. Natürlich gab es über den Sonnengott keine Bücher, die Ägypter hielten ihre Geschichte bekannterweise in Form von Hieroglyphen fest, doch die über Jahre hinweg beliebte Slotmachine macht sich die Symbole und Inhalte der ägyptischen Historie zunutze und schafft es dadurch, einem Genre, welches eigentlich keine Story hat, eben solch eine zu verpassen. Neben virtuellem Spielgeld kann man den Klassiker neuerdings unter dem Namen Book of Ra Echtgeld auch mit richtigem Geld spielen. Schon toll, dass ein virtuelles Buch quasi die Hauptrolle in einem ganzen Spiel innehat.

Kleine Notizen und mehr
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Doch es müssen nicht immer gleich ganze Bücher sein, die einen zum Lesen anregen. Gerade in Survival-Horror-Spielen, wie Silent Hill, Resident Evil oder Project Zero entdeckt man alle paar Meter eine Notiz, einen Tagebucheintrag oder Ähnliches. Diese dienen auf der einen Seite als Orientierung, um die oftmals kryptische Geschichte besser verstehen zu können oder liefern Hinweise, wie es weitergeht. Auf der anderen Seite sind viele der Aufzeichnungen schmuckes Beiwerk. Der Spieler erhält Einblicke in die Gedanken der vorkommenden Figuren, erfährt Wissenswertes über die Spielewelt oder kommt hinter das Geheimnis fataler Katastrophen. Ihr seht also, Videospiele können auch neben der Grafik und dem eigentlichen Spielgeschehen unterhalten und sogar zum Schmökern anregen.

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