Kleine Liebeserklärung an:

Wizard of Legend

Ich mag eigentlich keine Dungeon-Crawler. Schon gar nicht, wenn die Levels auch noch zufallsgeneriert sind. Ganz zu schweigen von der harten Continue-Politik: „Ein Leben und danach ist Schluss“. Und doch gefällt mir Wizard of Legend unglaublich gut. So gut, dass ich meine AAA-Spiele, die ich derzeit zocke (Dragon Ball FighterZ, Ni No Kuni 2 und Super Mario Odyssey ), beiseite gelegt habe, um mehr Zeit in meine Zaubererausbildung investieren zu können. Denn eins ist klar: Wizard of Legend ist schwer, bockschwer, um es milde auszudrücken. Doch was ist der Grund dafür, dass ich Hochkaräter, wie oben erwähnt, links liegen lasse? Ich versuche es euch zu erklären.


Ein Indie-Spiel im Pixel-Look ist zwar wahrlich nichts mehr Besonderes heutzutage, doch Wizard of Legend kommt in einem sehr detaillierten Grafikgewand daher. Die Robe unseres kleinen Zauberers bewegt sich mit jedem Schritt mit. Die Arkana (so heißen die Zaubersprüche) sind wuchtig animiert und vermitteln ein tolles Gefühl für deren Macht. Überall in den zufallsgenerierten Welten steht Inventar herum, welches ihr zerstören könnt. Dazu kommen ein stimmiger Soundtrack und eine tadellose Steuerung. Die braucht es auch, um in den hitzigen und sehr schnellen Gefechten nicht sofort den Löffel abzugeben. Doch macht euch keine Illusionen, denn genau dies werdet ihr oft tun. Jedoch ist die Motivationskurve äußerst hoch. Schnell stellt sich der Effekt „einen Versuch starte ich noch“ ein. Dies liegt auch an den unzähligen Sprüchen, Accessoires und Roben, die ihr sammeln und kaufen könnt. Dazu benötigt ihr Gold und Kristalle, die in den Levels zu finden sind oder Gegner nach deren Ableben hinterlassen. Interessant wird es, da ihr nie wisst, welche Fähigkeiten ihr tatsächlich erhaltet. Nur anhand des Namens könnt ihr erahnen, was sich hinter dem Arkana oder Accessoire verbirgt. Ein bisschen als würdet ihr ein Casino online spielen.


Wie das ganze System funktioniert und die Geschichte hinter den Geschehnissen von Wizard of Legend wird euch dabei in einem coolen Tutorial vermittelt. Das Abenteuer beginnt im Lanova Museum in der fiktiven Stadt Lanow. Dort lernt ihr anhand einer kleinen Museumstour nicht nur die Steuerung, sondern auch die fiktive Story des Spiels kennen. Nachdem ihr mit anderen Besuchern geplaudert, erste Kämpfe bestritten und einige Arkana bekommen habt, passiert etwas Unvorhergesehenes. Ein legendäres Artefakt beamt euch in die Vergangenheit. Wer bei der Museumstour gut aufgepasst hat, weiß was den kleinen Zauberer nun erwartet: die Chaostrials. Bevor ihr in die Tiefen der Dungeons absteigt, bekommt ihr erst mal einen Willkommensbonus von einem sprechenden Spiegel in Form von 100 Kristallen. Diese nutzt ihr, um euch eine Grundausstattung zu kaufen. So gerüstet müsst ihr immer neuen Welten schaffe, wobei jede dritte ein Bosskampf ist.


Im Kern funktioniert das System, wie in einem Action-Spiel. Ihr könnt sechs verschiedene Arkana je einer Taste des Controllers zu ordnen, diese kombinieren und schon kann es losgehen. Während einige Sprüche immer genutzt werden können, brauchen andere nach Benutzung eine zeitlang, um wieder einsatzbereit zu sein. Die Arkana sind dabei nach Nah- und Fernkampffähigkeiten aufgeteilt. So entsteht ein angenehmer Rhythmus aus zum Gegner hinrennen, ihm eins überbraten, sich zurückziehen und aus der Ferne weiter attackieren. Ihr könnt den Titel übrigens auch im Coop-Modus spielen, was jedoch ein bisschen chaotisch ist. Und einen Versus-Modus gibt es auch noch. Zum Schluss bleibt mir nur noch eines zu sagen: „Holt euch Wizard of Legend“.