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Was macht Minecraft so populär?

Als ich jung war, war Lego das Spiel, das mich zum Erfinden und Experimentieren anregte. Ich hatte eine große Kiste mit Steinen – und wenig anderes Spielzeug. Heutzutage hat Minecraft, diese Rolle eingenommen, so scheint es zumindest. Denn Lego wird heutzutage hauptsächlich als kompletter Modellbaukasten angeboten; man baut damit einen Snow Speeder oder eine Szene aus Harry Potter möglichst exakt nach. Und wenn ein Klötzchen verlorengeht, ist gleich das ganze 3D-Puzzle im Eimer. Minecraft hat sich von Lego diese Freude am Experimentieren ‘geborgt’. Wer schon einmal eine Stadt aus Games of Thrones in Minecraft gesehen hat – oder ein funktionierendes Computermodell –, weiß wahrscheinlich genau, was ich meine.

Ein Spiel für Weltenschöpfer
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Minecraft ist etwas für Weltenschöpfer. Gott spielen, mithilfe der eigenen Vorstellungskraft Dinge aus dem Nichts erschaffen, dass hat schon was – und ist wahrscheinlich der Hauptgrund für Minecraft’s anhaltende Popularität. Kritiker werfen dem Spiel vor, virtuell zu sein. Sie sagen, es fehle ihm das Körperliche (das taktile Feedback). Doch wer schon einmal eine gewaltige Explosion in Minecraft herbeigeführt hat, wird eher froh sein, dass es keine ‘spürbaren’ Folgen gibt.

Wieder andere werfen dem Spiel vor, zu plump zu sein (speziell im Vergleich zu moderner 3D-Software wie Maya oder AutoCAD), doch verglichen damit ist die Lernkurve viel flacher – sogar meine Oma könnte damit kreativ sein und das obwohl sie schon damit Probleme hat, die Kartenspiele, die auf dieser Website zu finden sind, zu verstehen.

Die Kritiker sind vielleicht nur neidisch – über 100 Millionen registrierte Spieler sprechen diesbezüglich eine klare Sprache. An manchen Projekten arbeiten hunderte Enthusiasten mit, verbauen Millionen Steine am Tag. Manche Minecraft-Projekte erinnern mich an Kathedralen, die sich, wie beispielsweise die Sagrada Familia in Barcelona, seit 133 Jahren in Bau befinden. So gesehen ist die Minecraft-Familie ja noch richtig jung (gerade mal 6 Jahre). Zu der hohen Popularität von Minecraft hat sicher auch beitragen, dass es auf so vielen unterschiedlichen Plattformen erhältlich ist, darunter auch Exoten wie Raspberry Pi oder PlayStation Vita.

Mit Virtual Reality noch populärer?

Zum Erfolgsmodell gehört auch, dass es verschiedene Spielmodi gibt, etwa den Kreativmodus, den Überlebensmodus, den Hardcore-Modus, den Zuschauermodus sowie der Mehrspieler-Modus namens Minecraft Realms (man kann damit seinen eigenen Server betreiben). Die meisten Spieler hat das Indie-Open-World-Spiel auf PC und Xbox 360. Dies liegt sicher auch daran, dass das Spiel seit 2014 zum Microsoft-Konzern gehört. Dieser hat es im Juni für Windows 10 angepasst und führt es auch immer wieder auf seiner HoloLens vor.

Der unglaublich hohe Kaufpreis von 1,9 Milliarden Euro lässt erwarten, dass die Redmonder noch Einiges mit ihrem Erwerb vorhaben. Zum Beispiel, dass die Spieler mithilfe von Virtual Reality-Equipment (VR) komplett in die Spielwelten ‘eintauchen’ können. Doch mit oder ohne VR-Brillen – schon jetzt zählt es zu einem der erfolgreichsten (und meistverkauften) Videospielen weltweit. Längst hat es sich im kollektiven Bewusstsein verankert; davon künden zahlreiche Quotes im Netz, wie etwa diese:

“Grab nie gerade nach unten.” (Absturzgefahr)
“Bleib ruhig und tauch einfach neu auf.” (Respawn)
“Minecraft, der Film – wird sicher ein Blockbuster.”

Sogar Goethe scheint es vorausgeahnt zu haben, als er sagte: “Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.” Echte Fans behaupten gar, er und Schiller hätten es gemeinsam auf Ihren Android Handies gespielt 😉

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