Durchgeblättert

Spielkonsolen und Heimcomputer 1972 - 2015

Weil echte Gamer neben den Spielen und Konsolen (natürlich in OVP), ausgewählten Sammelfiguren und sonstigen gamebezogenen Memorabilia auch gute Bücher in ihre Regale stellen, widmen wir uns ab jetzt auch  den zur Pflichtlektüre für jeden Gamer gehörenden Folianten. Den Anfang macht dabei die neueste Gameplan-Auflage von „Spielkonsolen und Heimcomputer 1972 – 2015“ von Winnie Forster.

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In diesem Kompendium gibt Forster einen Überblick über mehr als 40 Jahre Gaming-Hardware, von der Magnavox Odyssey bis hin zu Xbox One und PS4, einschließlich der Verkaufszahlen, den Jahren der Softwareunterstützung und einer Wertung hinsichtlich der „Qualität und Auswahl“ des Spieleangebots: Fünf Sterne für lange Verkaufszeit und riesige Third-Party-Unterstützung (z.B. Sonys Playstation), ein halber Stern dagegen für Geräte, die nur eine sehr begrenzte Spielauswahl durch den Hersteller selbst erfahren haben (z.B. Fairchild Channel F). Dabei werden nicht nur stationäre Konsolen, sondern auch Handhelds berücksichtigt. Witzig, wenn man es so auf einen Blick sieht: Die Geschichte der Spielkonsolen klingt zum Teil wie ein großer (und teilweise mit Fabelwesen gefüllter) Zoo: Lynx, Jaguar, Tiger, Wonderswan … und dann sind da noch die kryptischen Bezeichnungen, die den jeweiligen Marketingabteilungen sicherlich das Leben schwer gemacht haben dürften: CF-2700, TVG 2000, KDL-22PX300 oder SVI-318. Das sagt euch nichts? Ein Grund mehr, einen Blick ins Buch zu werfen.

Auch bei den Screenshots hat Gameplan nichts dem Zufall überlassen: Die Abbildungen zeigen keinen willkürlichen Pixelbrei, sondern bekannte oder technisch anspruchsvolle Titel, welche die Gaming-Maschinen im besten Licht dastehen lassen. Von „Space Shuttle“ für Ataris 2600er über „Pirates!“ auf dem C64 bis hin zu „Smash Brothers“ auf dem Gamecube sowie „Halo“ auf der Xbox: Ein vierseitiger Spiele-Index im hinteren Buchteil beweist, dass Forster sich so einige Gedanken bei der Auswahl der Screenshots gemacht hat.

Auf 264 Seiten (+24 im Vergleich zur Auflage von 2009) ist das Buch voller interessanter Infos um die Entwicklung und Geschichte der Spielkonsolen und Heimcomputer und fördert eine schier unglaubliche Fülle an Geräten zutage, die auch erfahrene Zocker mit der Zunge schnalzen lässt. Dabei wird kein Platz verschwendet: Schon die allererste Inhaltsseite bietet eine Info über den Vorläufer der heutigen PCs (MOS KIM-1) und fesselt damit den Leser, der sich eigentlich noch in Sicherheit wähnte, die ersten Seiten gefahrlos überblättern zu können. 750 exklusive und professionell aufgenommene Fotos der teils sehr seltenen Geräte, die Forster von Sammlern zum Ablichten auslieh, verleihen dem Buch sein einmaliges Flair und sind echte Hingucker. Technische Tabellen und eine Kurzvorstellung von Exoten im hinteren Teil des Buchs runden den Überblick ab und lassen keine Wünsche mehr offen. Naja, außer vielleicht einen: Wann kommt Gameplan 3 (Software)?

Fazit: Das Buch gehört in jedes Gaming-Regal! Wer die 2009er-Auflage besitzt, kann bedenkenlos zur stark aktualisierten und erweiterten Auflage greifen. Wer es noch nicht hat, für den wird’s jetzt aber Zeit! Immer wieder ertappt man sich dabei, eigentlich nur kurz etwas nachschlagen zu wollen und dann doch noch ein wenig weiter zu lesen. Für 29,80 Euro ist es entweder direkt beim Verlag zu beziehen, oder aber auf den einschlägigen Webseiten online sowie traditionell im Buchhandel unter der ISBN 978-3-00-048142-0 bestellbar.

 

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