
Lange hat es gedauert nun ist es endlich soweit. Die schönsten Liebesszenen der RPG-Geschichte werden fortgesetzt. Nachdem im ersten Teil die Helden aus Lufia 2: Rise of the Sinistrals und Lunar 2 Eternal Blue gezeigt haben, dass Liebe für sie kein Fremdwort ist, stehen im zweiten Teil der Klassiker Grandia sowie das Next Gen-RPG Lost Odyssey im Mittelpunkt der romantischen Geschehnisse. Trotz aller widrigen Umstände gelingt es den Helden immer wieder sich Hals über Kopf in eine Romanze zu stürzen. Auch wenn manche anfangs noch etwas schwer von Begriff sind, wie Justin aus Grandia ein fürs andere Mal unter Beweis stellt. Ob er am Ende Feenas Reizen erliegt und warum die Liebe in Lost Odyssey auch nach tausend Jahren nicht vergeht erfahrt ihr im zweiten Teil der schönsten Liebesszenen der RPG-Geschichte.
Doppeltes Glück
Grandia [Saturn, 1997 / PS-X, 2001]
Ein romantisches Fischerdorf Namens Gumbo, eine klare Vollmondnacht, ein traumhafter Sandstrand und eine peitschenschwingende Schönheit. Was will man(n) mehr? Wenn es nach Justin, dem Helden des Game Arts Epos Grandia geht, wäre die Antwort auf diese Frage sicherlich, „nichts“! Oder wie wäre es mit einer kleinen Bootstour zur nächtlichen Stunde, mit anschließendem Händchenhalten auf dem Deck, oder wie wäre es mit, ach schon gut. Die Geschichte rund um den Jungspund Justin und der Meisterabenteurerin Feena die zum Ende der Welt aufbrechen, zählt noch heute zu den besten Vertretern der Gattung RPG. Neben einer für damalige Verhältnisse schicken Grafik und einem ausgeklügelten Kampfsystem, begeistert einen vor allem die romantische Handlung, die gleich mit zwei Liebesgeschichten punkten kann.
Denn nicht nur zwischen den beiden strahlenden Helden bahnt sich etwas an. Auch auf der Seite des Bösen sind Gefühle nichts Unbekanntes. Oberst Mullen, seines Zeichens Sohn des Oberbösewichts General Baal, findet nämlich seine attraktive Adjutantin Leen so unwiderstehlich, dass er sich sogar gegen seinen eigenen Vater stellt. Ja, ja wo die Liebe hinfällt. Doch das Schicksal meint es nicht besonders gut mit den Beiden. Nach dem tragischen Tod von Leen, ist nicht nur Oberst Mullen geschockt. Doch wie heißt es so schön, Ende gut alles gut. Denn nach der wundersamen Widererweckung Leens steht einem glücklichen Leben nichts mehr im Wege. Was wird aber aus Justin und Feena? Tja, die beiden nutzen die ruhige Zweisamkeit nach dem bestandenen Abenteuer auf ihre ganz eigene Art und Weise. Wer nicht weiß was damit gemeint ist, sollte sich einfach das obenstehende Bild anschauen.
Auf immer und ewig
Lost Odyssey [360, 2008]
Es kann nur einen geben! Nein, die Rede ist nicht von Highlander Connor MacLeod, sondern von Kaim Argonar. Auch der eher depressiv eingestellte Schwertkämpfer ist unsterblich und dieser Umstand stimmt ihn nicht gerade glücklich. Die Erinnerungen an sein tausendjähriges Leben sind nämlich nicht mehr präsent. Das liegt aber nicht daran, dass er einfach alles vergessen hat, sondern ein Fluch sorgt für die unliebsame Amnesie. Auch das zweite Rollenspiel-Epos aus der Feder des Final Fantasy-Erfinders Hironobu Sakaguchi, konnte den hohen Erwartungen, nach dem dezent verhunzten Blue Dragon, nicht ganz gerecht werden. Was der eigentlichen Geschichte an Substanz fehlt, machen die zwischenmenschlichen Beziehungen der einzelnen Charaktere untereinander zumindest teilweise wieder weg. Im Mittelpunkt des Abenteuers steht Kaim und seine ebenfalls unsterbliche Frau Sarah.
Seit dem schicksalhaften Tag, an dem ihre gemeinsame Tochter von einer Klippe stürzte, leben beide getrennt voneinander, da Sarah den Verlust des kleinen Mädchens nicht überwinden konnte. Nachdem aber Kaim herausfand, dass sie den Sturz überlebt hat und sogar zwei Kinder zu Welt brachte, scheint die Welt wieder in Ordnung zu sein. Dieses Gefühl hält aber nicht lange an, stirbt die Tochter doch kurz nach der Begegnung mit Kaim. Angespornt durch die neugewonnenen Nachkommen Namens Kuke und Max, rafft sich das einstige Ehepaar wieder zusammen, um so für die Kleinen sorgen zu können. So tragisch die Geschichte der beiden beginnt, umso schöner endet sie. Am Schluss des Abenteuers wohnen alle vier glücklich zusammen und selbst der sonst so grimmige Kaim kann sein unsterbliches Dasein endlich wieder genießen. Lang lebe die Liebe.
Eine ganz besondere Ehre wird dem sterblichen Spassvogel und Frauenliebling Jansen zu teil. Dieser schafft es nämlich die unsterbliche Königen Ming von Numara zu bezirzen. Nachdem er zuvor sein Geld mit zwielichtigen Geschäften verdiente, braucht er sich am Ende des Abenteuers keine Sorgen mehr um seine Existenz zu machen. Ganz wie Cinderella, nur eben mit männlicher Besetzung, heiratet er die bezaubernde Ming und wird somit König. Und wie sagte schon Mel Brooks so treffend, „ist doch echt Klasse König zu sein“.
Das sind bei weiten noch nicht alle schönen und tragischen Geschichten aus der Welt der RPG’s. Man denke nur an die unvergessliche Kussszene zwischen Yuna und Tidus aus Final Fantasy X, oder für alle die darauf gewartet haben, die Sterbesequenz des süßen Blumenmädchens Aeris aus dem Meisterwerk Final Fantasy VII. Zum Schluss noch was kurioses. Alle die schon immer mal einen Kuss zwischen zwei Männern in einem Videospiel sehen wollten, denen sei Enchanted Arms für die 360 und PS3 aus dem Hause From Software ans Herz gelegt. Glaubt ihr nicht, dann überzeugt euch selbst davon.
Damit endet die Historie der schönsten Liebesszenen der RPG-Geschichte. Wer den ersten Teil verpasst hat, findet diesen hier.
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Obwohl gerade RPG’s viel Freiraum für zwischenmenschliche und romantische Beziehungen bieten, wird dieser Freiraum oft leider kaum ausreichend genutzt. Dabei kann so doch wunderbar eine Atmosphäre erschaffen werden, die es dem Spieler ermöglicht, sich mehr in seinen Charakter hineinzuversetzen, und so auch näher am Geschehen zu sein.
Schöner Artikel! Ich freue mich auf einen eventuellen dritten Teil.